„Eine Struktur sollte von Beginn an Spielraum lassen!“

Viele Unternehmen finanzieren sich solide und haben trotzdem keinen Spielraum. Maximilian Wittmann erklärt, woran TAUROS Capital das bereits bei der Erstanalyse erkennen kann und welche Auswirkungen das nach sich zieht.

Maximilian Wittmann ist seit über zwei Jahren bei TAUROS Capital als Investment Manager tätig. Im Gespräch erklärt er, was ihm bei den Finanzierungsstrukturen anfragender Unternehmen immer wieder auffällt.

Herr Wittmann, Sie arbeiten nun schon seit über zwei Jahren bei TAUROS Capital. Wie fällt Ihr Resümee aus?

Maximilian Wittmann: Zuvor war ich fast vier Jahre in einer Bank tätig. Das war ein sehr guter Karrierestart, weil ich dort eine große Bandbreite an Unternehmen kennengelernt habe. Bei TAUROS Capital schätze ich vor allem die kürzeren Entscheidungswege, das dynamischere Umfeld und den Kontakt zu vielen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern. Mit Revenue-Based Financing haben wir ein Produkt, das Wachstumskapital ohne Anteilsabgabe bietet und die Finanzierungsstruktur diversifiziert.

Was fällt Ihnen bei der Finanzierungsstruktur von Unternehmen auf, die sich bei TAUROS Capital melden?

Maximilian Wittmann: Häufig sehen wir einen Finanzierungsmix, der noch nachhaltiger aufgestellt sein könnte. Damit meine ich, oft stark über klassische Bankkredite finanziert und ohne Puffer für den Fall einer schwächeren Umsatzentwicklung. Das kann dazu führen, dass am Ende auch für Revenue-Based Financing kein Raum mehr bleibt. Selbst bei guter operativer Entwicklung wäre die Rückzahlung dann nicht darstellbar. Eine Struktur sollte von Beginn an Spielraum lassen, sonst schränkt sie spätere Finanzierungsoptionen ein.

Können Sie näher ausführen, was „Spielraum lassen“ für Sie bedeutet?

Maximilian Wittmann: Wir schauen bereits in der Erstanalyse auf den Free Cashflow1 und die bestehende Verschuldung. Stehen beide in einem ausgewogenen Verhältnis, ist das für uns in der Regel ein Fall, den wir uns gerne näher ansehen.

Revenue-Based Financing ist im DACH-Raum noch relativ jung. Wo besteht aktuell der größte Erklärungsbedarf? Bei Unternehmen, Beratern oder Banken?

Maximilian Wittmann: Berater und Banken sind mit dem Produkt inzwischen gut vertraut. Der Erklärungsbedarf liegt überwiegend auf Unternehmensseite, was aber völlig unproblematisch ist. Wir gehen mit Interessenten kurzfristig in den Austausch, und nach einem Erstgespräch ist das Verständnis in der Regel da. Revenue-Based Financing wird dann nicht mehr als komplexes Instrument wahrgenommen, sondern als ernstzunehmende Finanzierungsalternative.

Für welche Unternehmen ist Revenue-Based Financing weniger geeignet?

Maximilian Wittmann: Für Unternehmen mit geringer Wachstumsperspektive. Unser Modell setzt darauf, dass sich der Umsatz weiterentwickelt. Ohne diese Perspektive passt das Instrument nicht. Besonders gerne sehen wir Unternehmen mit einem Finanzplan, dessen Umsatzsteigerungen durchdacht und plausibel hergeleitet sind.

Wie lange dauert es bei Ihnen von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung? Und was beeinflusst das Tempo?

Maximilian Wittmann: In der Regel sechs bis acht Wochen, bei Bedarf auch schneller. Entscheidend ist, ob die Unterlagen im Unternehmen bereitliegen. Fehlen wichtige Informationen, verlängert das den Prozess entsprechend.

Zum Abschluss noch etwas Persönliches! Sie sind großer Fußballfan. Wie hat Ihnen die Performance des österreichischen Nationalteams bei der WM gefallen?

Maximilian Wittmann: Schön war vor allem, dass durch die WM-Teilnahme des ÖFB-Teams eine echte Fußballeuphorie im Land entstanden ist. Das Erreichen der K.o.-Runde war eine solide Leistung. Der spätere Weltmeister war dann aber klar eine Nummer zu groß. Gratulation an Spanien!

  1. Free Cashflow: Der Betrag, der dem Unternehmen nach Abzug aller laufenden Kosten und notwendigen Investitionen tatsächlich übrig bleibt. ↩︎