Im Fokus: C SEED

Im Fokus steht das innovative High-Tech Unternehmen C SEED, das sich mit faltbaren und riesengroßen Luxusfernsehgeräten auf der ganzen Welt einen Namen gemacht hat. Unser Gesprächspartner ist Alexander Swatek, der Geschäftsführer von C SEED.

Mit der Serie „Im Fokus“ beleuchten wir die Unternehmen im Portfolio von TAUROS Capital und gewähren einen Blick hinter die Kulissen.

Alexander Swatek ist Geschäftsführer von C SEED und für die strategische Gesamtleitung des Unternehmens, die Ausrichtung, die Markenentwicklung und die internationale Positionierung verantwortlich. Unterstützt wird er dabei von einem erfahrenen Führungsteam.

Wie kam es zu der Idee, einen Fernseher faltbar zu machen und de facto im Erdboden verschwinden zu lassen?

Alexander Swatek: Die Idee entstand nicht aus einem einzelnen Moment, sondern aus einem Gestaltungsimpuls und dem Wunsch, modernste Technologie mit puristischem Design zu vereinen. Immer größere TV-Bildschirme dominierten zunehmend die Wohnräume. Wir wollten einen Fernseher schaffen, der nur dann sichtbar ist, wenn man ihn wirklich nutzt und sich ansonsten vollständig und elegant in die Umgebung integriert. Der Gedanke, dass ein Fernseher aus dem Boden emporfährt und sich majestätisch entfaltet, war die logische Konsequenz dieses Anspruchs: maximale Bildgröße bei minimaler visueller Präsenz. Es war die Faszination für Bewegung, Mechanik und Design, die den Ursprung bildete, die Vorstellung, dass ein großformatiger Fernseher nicht dauerhaft den Raum dominiert, sondern Teil der Architektur wird.

Wie kann man sich diesen Prozess der Ideengewinnung vorstellen?

Alexander Swatek: Der Prozess war stark visionär geprägt. Designer und Architekten arbeiteten eng zusammen, um eine Lösung zu finden. Am Anfang stand die Frage: Wie kann man ein High-End-Display verschwinden lassen, ohne Kompromisse bei Qualität oder Design einzugehen? Aus dieser Frage heraus entstanden erste Skizzen und Konzepte, inspiriert von mechanischen Skulpturen, kinetischer Kunst und präziser Ingenieurskunst, wie man sie etwa im Luxusuhrenbau oder im Yacht-Design findet. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus die Vision eines faltbaren TV-Systems, das sich automatisch entfaltet.

Wieviel Zeit und Energie sind in die Entwicklung geflossen, bevor das Endprodukt ausgereift war und man dieses hohe Maß an Perfektion erreichen konnte?

Alexander Swatek: Die Entwicklung war ein jahrelanger, hochkomplexer Prozess, von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt vergingen mehrere Jahre intensiver Entwicklungsarbeit. Unsere Teams haben unzählige Prototypen gebaut, Mechaniken getestet, Materialien optimiert und Softwarelösungen entwickelt, um ein System zu schaffen, das nicht nur spektakulär aussieht, sondern auch zuverlässig, langlebig und präzise funktioniert.

Die Geräte sind für normale Verhältnisse unfassbar groß und erinnern an eine Kinoleinwand. Welche Maße hat das von Ihnen hergestellte größte Fernsehgerät?

Alexander Swatek: Unser größter Outdoor Fernseher hat 201 Zoll, das entspricht einer Diagonale von über 5 Metern.

In welche Länder exportieren Sie die Geräte?

Alexander Swatek: Wir exportieren weltweit.

Es gibt Filialen bzw. Showrooms in Wien, London, in Beverly Hills und in Dubai. Wo sind die meisten Kunden beheimatet?

Alexander Swatek: Unsere Kunden sind auf der ganzen Welt zuhause. Die größte Nachfrage sehen wir derzeit in den USA, gefolgt von Europa und dem Nahen Osten.

Wie stellt man sich den typischen Kunden vor?

Alexander Swatek: Viele unserer Kunden sind Architektur- und Designliebhaber, oft mit internationalem Lebensstil. Sie möchten keinen Fernseher „besitzen“, sondern ein Erlebnis schaffen – ein Objekt, das sich harmonisch in die Architektur einfügt und gleichzeitig als technisches Meisterwerk beeindruckt.

Sind es eher B2B oder B2C Kunden?

Alexander Swatek: Unsere Hauptkundengruppe sind B2C-Kunden, also Privatpersonen, die ein außergewöhnliches Maß an Design, Qualität und Individualität schätzen. Allerdings wächst auch das B2B-Segment zunehmend – etwa durch Kooperationen mit Architekten, Yacht-Designern und Luxusimmobilienentwicklern, die unsere Produkte direkt in ihre Projekte integrieren.

Beschreiben Sie uns den klassischen B2C Kunden. Welche Ansprüche haben diese Kunden?

Alexander Swatek: Der klassische C SEED Kunde ist weltgewandt, designorientiert und kompromisslos in seinen Ansprüchen. Unsere Kunden möchten kein „Gerät“ kaufen, sondern wie vorhin schon erwähnt ein Erlebnis. Sie erwarten Perfektion in jedem Detail: präzise Mechanik, herausragende Bildqualität, intuitive Steuerung und nahtlose Integration in die Architektur. Viele unserer Kunden betrachten den Fernseher nicht als Technikobjekt, sondern als bewegte Skulptur.

Was war der ungewöhnlichste Kundenauftrag?

Alexander Swatek: Da gibt es einige – vermutlich unser erstes System auf einer Luxusyacht.

Ist schon einmal ein Gerät beim Transport kaputt gegangen? Was war der schlimmste Transportunfall?

Alexander Swatek: Bei Produkten dieser Größe und Komplexität sind Transporte immer eine Herausforderung. Unsere Geräte werden daher mit größter Sorgfalt und in speziell angefertigten Transportkisten versendet. Trotzdem kam es in der Vergangenheit vereinzelt zu Zwischenfällen – Situationen, die wir dank unseres erfahrenen Montageteams vor Ort stets schnell und professionell beheben konnten.

Wie lange hat der längste Transport gedauert?

Alexander Swatek: Der längste Transport dauerte rund sechs Wochen, von unserer Produktionsstätte bis zu einer privaten Residenz auf einer abgelegenen Insel. Neben dem eigentlichen Seetransport waren dabei auch Spezialgenehmigungen, Helikopterlogistik und präzise Koordination vor Ort nötig – ein logistisches Meisterstück, das wir gemeinsam mit erfahrenen Partnern erfolgreich umgesetzt haben.

Ihre Geräte können auch im Freien aufgestellt bzw. montiert werden. Wie haben Sie es geschafft, die Geräte „wasserfest“ zu machen?

Alexander Swatek: Unsere Outdoor-Modelle sind komplett wetter- und wasserfest konstruiert. Das beginnt bei der präzisen Abdichtung aller Module, geht über korrosionsresistente Materialien bis hin zu einer speziell entwickelten Entlüftung und Kühlung, die auch unter extremen Bedingungen zuverlässig funktioniert.

Ihre Fernsehgeräte werden auch auf Yachten montiert. Wie aufwendig ist eine derartige Montage? Wie lange dauert es üblicherweise, ein Gerät auf einer Yacht zu montieren?

Alexander Swatek: Eine Installation auf einer Yacht gehört zu den anspruchsvollsten, aber auch faszinierendsten Projekten, die wir realisieren. Jede Yacht ist individuell geplant und gebaut – das bedeutet, dass auch jede C SEED-Installation ein maßgeschneidertes Einzelprojekt ist. Der Aufwand hängt daher stark von den räumlichen Gegebenheiten und den technischen Voraussetzungen an Bord ab.

In der Regel dauert die Montage und Inbetriebnahme eines C SEED-Systems auf einer Yacht mehrere Tage bis zu zwei Wochen, je nach Modell, Einbauort und Integrationsgrad. Unsere Techniker arbeiten dabei eng mit den Schiffsbauern, Innenarchitekten und Elektronik-Spezialisten der Werft zusammen, um eine perfekte Symbiose zwischen Mechanik, Elektronik und Design zu gewährleisten.

Gibt es spezielle Vorbereitungen bzw. Voraussetzungen, die ein Boot mitbringen muss, damit eine Montage möglich ist?

Alexander Swatek: Ja – einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um die sichere und präzise Installation zu gewährleisten. Zum einen benötigt das Schiff ausreichend Strukturfestigkeit und Platz im Einbauareal, um die Mechanik des ausfahrbaren Systems stabil zu verankern. Außerdem sind Zugänge für Stromversorgung, Datenleitungen und Serviceraum erforderlich. Unsere Ingenieure führen vorab eine detaillierte technische Analyse und 3D-Planung durch, um sicherzustellen, dass alle Komponenten optimal integriert werden können.

Überlassen Sie die Montage ortsansässigen Firmen oder schicken Sie ein eigenes Montageteam für die korrekte Montage eines Gerätes?

Alexander Swatek: Die Montage erfolgt grundsätzlich durch unsere eigenen, speziell geschulten Montageteams. Unsere Produkte sind technisch äußerst komplex und erfordern ein tiefes Verständnis für Mechanik, Elektronik und Softwareintegration. Daher setzen wir bei der Installation auf eigene Experten, die jedes Detail kennen und eine absolut präzise Umsetzung garantieren. Der Großteil unserer Spezialisten wird von Österreich aus zu den jeweiligen Projekten entsandt, da hier unser technisches Know-how und die gesamte Entwicklungs- und Fertigungskompetenz gebündelt ist, wir haben aber auch ein geschultes Team in Amerika, in Dubai und in China.

Unsere Montagetechniker verfügen meist über eine technische Ausbildung in den Bereichen Mechatronik, Maschinenbau oder Elektrotechnik. Zudem durchlaufen alle neuen Mitarbeiter bei uns eine intensive interne Schulung, in der sie den Aufbau, die Steuerung und die Feinabstimmung unserer Systeme im Detail kennenlernen.

Wie lange dauert die Produktion eines Gerätes in Ihrer Manufaktur?

Alexander Swatek: Je nach Modell, Ausstattung und Individualisierungsgrad dauert die Produktion eines C SEED Fernsehers mehrere Wochen bis zu mehreren Monaten. C SEED ist in vielerlei Hinsicht eine Manufaktur. Unsere Geräte entstehen nicht auf Fließbändern, sondern in präziser Handarbeit durch spezialisierte Techniker, die jedes Detail kennen und kontrollieren. Jedes Gerät wird in Handarbeit gefertigt, geprüft und justiert, bevor es ausgeliefert wird.

Wird das komplette Gerät in Österreich produziert?

Alexander Swatek: Ja, wir produzieren alles in Österreich.

Sie führen auf Ihrer Webseite die 4K MikroLed Technology an. Welchen USP hat C Seed gegenüber herkömmlichen Fernsehgeräten?

Alexander Swatek: Der entscheidende Unterschied liegt in der Kombination aus Bildqualität und Größe. Unsere 4K MicroLED-Technologie bietet eine unvergleichliche Helligkeit, Kontrasttiefe und Farbpräzision, die selbst High-End-Fernseher herkömmlicher Bauart übertrifft. Dazu kommt der mechanische Aspekt – das präzise Falten, Entfalten und Versenken des TVs. Während herkömmliche Geräte einfach „stehen“ oder „hängen“, wird ein C SEED Fernseher inszeniert: Er erscheint, entfaltet sich, zeigt ein atemberaubendes Bild – und verschwindet wieder im Boden.

Wie kann man sich diese Technologie intuitiv vorstellen, wenn man keine Ahnung von LED-Technologie hat? Wie groß ist der Unterschied zu „normalen“ Fernsehgeräten?

Alexander Swatek: Ein LED-TV funktioniert wie ein Poster, das von einer großen Lampe von hinten beleuchtet wird – dadurch ist Schwarz nie ganz schwarz und das Licht verteilt sich nicht perfekt. Bei MicroLED besteht das Bild aus unzähligen winzigen Lichtpunkten, die selbst leuchten und einzeln an- oder ausgehen können. Dadurch wirkt MicroLED wie eine viel hellere, kontrastreichere und klarere Version eines LED-TVs.

Wie genau muss man schauen, damit man die „Falten“ sehen kann?

Alexander Swatek: Selbst aus nächster Nähe sind die Segmentübergänge praktisch unsichtbar. Unsere Falttechnik ist so präzise, dass sich die einzelnen MicroLED-Panels beim Entfalten auf den Bruchteil eines Millimeters genau ausrichten. Aus normaler Betrachtungsdistanz verschmelzen die Panels zu einem völlig homogenen, makellosen Bild.

Wie oft müssen Sie eine Dienstreise zu den Filialen und den Kunden im Ausland machen?

Alexander Swatek: Unsere Arbeit ist sehr international, daher bin ich regelmäßig in unseren Showrooms in Wien, London, Beverly Hills und Dubai sowie bei Kundenprojekten weltweit unterwegs. Der persönliche Kontakt zu Kunden und Partnern ist für uns entscheidend.

Wie gestaltet sich Ihr beruflicher Alltag?

Alexander Swatek: Kein Tag gleicht dem anderen – und genau das macht es spannend. Ein typischer Arbeitstag besteht aus einer Mischung aus Technik, Design, Strategie und Kommunikation.

Warum haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit TAUROS Capital entschieden und welche Vorteile sehen Sie darin?

Alexander Swatek: Es war ein unkomplizierter Prozess und eine einfache Kommunikation. Die Abwicklung der Finanzierung war rasch und einfach.

Vielen Dank für das Interview!